5 Posing Tipps

Ein Model, das vor der Kamera steht und ganz genau weiss was sie tut. Die ganz genau weiss, wie sie durch die Kamera wirkt, viele neue Posen anbietet und mit Gesichtsausdrücken spielt und variiert. Das ist natürlich ein Traum und ein Gewinn für jeden Fotografen. Die Realität sieht da aber oft anders aus. Und soll ich Euch was sagen? Das ist ok! Denn man kann ja nicht ausschliesslich mit Topmodels arbeiten, die "17 Jahre alt sind und 20 Jahre Modelerfahrung haben" :)

Oft hat man als Fotograf Newcomer Models vor der Linse. Models die recht wenig Erfahrung haben vor der Kamera, die noch dabei sind ihr Buch aufzubauen und noch ganz am Anfang stehen. Oder aber auch einfach Kunden. Menschen die vielleicht noch nie so richtig vor der Kamera gestanden haben, ausser vielleicht im Urlaub am Strand :) Models Die Absolut keinen Plan haben, was sie mit sich selbst anfangen sollen bei einem Shooting. Die dann da stehen und sich denken: "Oh Gott, was mach ich nur mit meinen Händen? Was mach ich denn sonst immer mit meinen Händen?" -> blackout

Deswegen finde ich es enorm wichtig sich als Fotograf nicht darauf zu verlassen, dass das Model alles alleine macht und "eh weiss was sie tun soll". Man muss Anweisungen geben können, sein Model durch ein Shooting begleiten, mit Anregungen und Tipps versorgen, Kritik aussprechen und natürlich auch Lob und Bestätigung geben. Man muss sehen, verstehen und vermitteln können was gut aussieht. Was für das spezielle Model, welches man gerade shootet, besonders vorteilhaft aussieht.

In diesem Blog-Beitrag gebe ich Euch meine Top 5 Posing Tipps. Ob für Dich als Model, das vielleicht demnächst ein Shooting hat und noch nicht so viel Erfahrung vorweisen kann oder gar zum ersten Mal vor der Kamera steht. Oder als kleine Checkliste für Dich als Fotograf, um bei Deinem nächsten Shooting Deinem Model helfen zu können.


1. Arme nicht hängen lassen

Wie eben schon erwähnt, kann es sehr oft passieren, dass Dein Model auf einmal nicht mehr weiss was sie mit ihren Händen machen soll. Da steht man vor der Kamera und weiss auf einmal nicht mehr, was man mit seinen Armen anfagen soll. Und dann passiert es! Sie hängen einfach schlaff runter! Natürlich kann das bei verschiedensten  Fashion-Aufnahmen richtig cool und modern wirken, aber für schöne und natürliche Portraitfotos ist das eher nichts.  Das Bild wirkt schnell langweilig und das Model einfach wie dahingestellt. Um etwas mehr Spannung in das Bild zu bringen, bitte Dein Model die Hände in die Tasche zu geben, oder in die Hüfte zu legen. Lass es sich wo "anhalten" oder anlehnen. Schon wirkt Dein Model auf dem Bild nicht mehr so verloren.

2. Leicht eindrehen

Jeder Mensch möchte auf fotos einfach toll aussehen und sich von seiner besten Seite zeigen. Für sehr viele gehört hier dazu, einfach schlanker auszusehen. Und wenn nicht schlanker, dann zumindest nicht unvorteilhafter. Um dein Model etwas vorteilhafter ablichten zu können, bitte es sich leicht einzudrehen und den Kopf dabei aber weiterhin gerade zur Kamera zu richten. Du kannst sie auch bitten sich komplett von Dir wegzudrehen, und dann auffordern, ohne die Füsse zu bewegen, wieder komplett zu Dir zu sehen. 

3. Achte auf das Kinn

Ja, das liebe Kinn :) Das ist wohl so eine "Fotografen-Krankheit".

"Kinn runter, Kinn rauf, Kinn runter, Kinn zur Seite, wieder etwas rauf". Ich möchte gar nicht wissen, wie oft ich das bei einem Shooting sage. Aber das Kinn ist einfach so ein wichtiger Aspekt des Gesichtsausdruckes, wie ich persönlich finde. Das Kinn nach unten geneigt wirkt ernst, geheimnisvoll und bei einem Lächeln sogar sehr "süss". Das Kinn gerade wirkt meistens einfach, freundlich und natürlich. Das Kinn nach oben gerichtet, wirkt oft arrogant. Aber lässt man den Blick  in die Ferne schweifen, kann es auch sehr nachdenklich oder mystisch aussehen.

Deswegen, denke als Fotograf immer daran, was für Aufnahmen Du gerade machst und wie Dein Model wirken soll. Ebenso als Model. Möchte der Fotograf Dich süss, arrogant oder nachdenklich, dann denke immer an die Position Deines Kinns.

4. Der richtige Ausdruck

Bleiben wir bei dem Gesichtsasudruck. Natürlich ist es mit der richtigen Position des Kinns nicht getan! Leider :) Ein bestimmter Ausdruck macht ein gutes Foto erst Gut. Hier kannst du als Fotograf leider nicht allzu viel machen. Jedoch kannst Du Deinem Model insofern helfen, indem Du ihr sagst sie soll sich Etwas bestimmtes vorstellen, was ihr hilft die richtigen Emotionen aufzurufen und einen Bestimmten Ausdruck zu haben. Noch ein gutes Beispiel sind zusammengepresste Lippen. Sie wirken oft verkrampft und unnatürlich. Wenn man dem Model dann aber sagt, sie soll die Lippen leicht geöffnet lassen, machen die meisten Menschen automatisch "zu viel des Guten". Und dann stehen sie da mit weit geöffnetem Mund :) Aus diesem Grund spreche ich die Lippen gar nicht erst an. Wenn ich merke, dass mein Model die Lippen zusammenpresst, bitte ich sie einfach durch den Mund zu atmen. Ganz automatisch sind die Lippen ein paar Millimeter geöffnet (Bei den Zähnen ist das die sogenannte "Ruheschwebelage", der Zahntechniker in mir hat verlangt dies auch noch herzuschreiben :P). Und so wirken die Lippen weder zusammengepresst noch weit geöffnet, sondern einfach natürlich.

5. "Pose The Hair!"

Viele Fotografen lassen die Haare des Models ausser acht und vergessen ihn als Teil des Körpers zu Beachten. Die sind entweder so wie sie sind oder wie der Stylist sie gerichtet hat. Und Fertig! Aber so ist es nicht! Nun ja, vielleicht mag es bei kurzen bzw. hochgesteckten Haaren so sein, die sind dann schon vorab vom Hairtsylisten in Szene gesetzt. Aber gerade bei langen, offenen Haaren (was zumindest bei mir so oft der Fall ist) dürfen wir nicht vergessen: Haare sind Teil des Körpers und müssen auch "Posen" :)

Grundsätzlich gilt bei langen Haaren: Haare die rechts und links auf den Schultern liegen, sehen einfach schrecklich aus. Entweder gibt man sie alle nach hinten oder alle nach vorne. Man kann auch nur eine Seite nach vorne und die andere nach hinten geben oder man zieht alle auf eine einzige seite. Das alles sieht gut aus. Also achtet beim Posing auf die Haare. Dann steht einem Perfekten Portrait nichts mehr im Weg.


Danke fürs Vorbeischauen, bis zum nächsten mal! Dani :)